Wegweiser-Zahnzusatzversicherung für Personen mit Vorerkrankungen

Private Krankenversicherungen (die Anbieter von Zusatzversicherungen) prüfen im Gegensatz zu gesetzlichen Krankenkassen den Gesundheitszustand vor dem Abschluss eines Vertrages. Ziel der Unternehmen ist es, sog. "schlechte Risiken" nicht zu versichern. Also Personen, bei denen die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sie große Kosten verursachen sollen möglichst nicht versichert werden.




Daher werden in den Versicherungsfragen oft sehr genaue Gesundheitsfragen bzw. Gesundheitsprüfung zu bestehenden Vorerkrankungen gestellt. Werden diese Fragen negativ beantwortet, wird ein Versicherungsantrag in aller Regel abgelehnt. Die Fragen müssen wahrheitsgemäss beantwortet werden. Sonst kann die jeweilige Versicherung eine spätere Leistung verweigern.

Beim Abschluss eine Zahnzusatzversicherung gibt es 2 Arten wie mit Vorerkrankungen umgegangen wird:

  1. Es wird nach Vorerkrankungen und nach dem Zahnzustand gefragt
  2. Es wird nur nach dem Zahnzustand gefragt


Die 1. Variante tritt in der Regel bei Tarifen auf, die neben Zahnleistungen auch noch andere Leistung beinhalten, z.B. für Kur- und Heilpraktiker. Für Personen mit Vorerkrankungen ausserhalb des Zahnbereiches sind diese Tarife sehr oft nicht abschliessbar, da teilweise nach Erkrankungen gefragt wird, die bis zu 10 Jahre zurückliegen.

Bei sogenannten Solo-Zahntarifen, die einizig und alleine die Zähne versichern, wird i.d.R. nur nach dem Zahnzustand gefragt. Das heisst die Versicherungen sind sehr oft auch für Patienten mit Vorerkrankungen abschliessbar, wenn die Zähne noch gut sind.

Wichtig: Bei allen Zahnzusatzversicherungen gilt, dass nur Schäden versichert sind, die bei Antragsstellung noch nicht aufgetreten oder bekannt sind. In der Praxis bedeudet dies: Wenn Ihr Zahnarzt bereits eine Behandlung vorgeschlagen oder sogar einen Heilkostenplan angefertig hat, dann sind die Schäden bekannt und somit sind sie nicht versichert.

Versicherung bei denen ein Abschluss auch mit Vorerkrankung möglich ist:

Arag Z100/Z70, Barmenia ZG stellen in ihren Anträgen nur Fragen zum Zahnzustand und nicht zur allgemeinen Gesundheit, daher ist ein Abschluss auch mit Vorerkrankungen möglich. Allerdings sind nur die Zähne mitversichert, ohne weitere Zusatzleistungen.
Die Signal A/B bietet als einer der wenigen Versicherungen, eine Zahnzusatzversicherung mit Ergänzungsleistungen (Brille, Heilpraktiker, Kur) bei der fast keine Gesundheitsfragen gestellt werden. Ein Abschluss ist daher relativ oft auch bei Patienten mit Vorerkrankungen möglich. Es wird lediglich nach einer Liste mit schweren Erkrankungen gefragt:

  • AIDS (wurde eine HIV Infektion festgestellt).
  • Alkohol- / Drogenmissbrauch
  • Asthma bronchiale
  • Bandscheibenvorfall
  • Darmerkrankung (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Depression
  • Diabetes Mellitus (Typ I/II)
  • Herzinfarkt
  • Krebserkrankung
  • Multiple Sklerose (MS)
  • Neurodermitis
  • Rheumatische Erkrankungen (Morbus Bechterew, primär chronische Polyarthritis).
  • Schlaganfall

Liegen keine dieser Krankheiten vor, ist ein Abschluss bei der Signal möglich. Fast alle Versicherungen stellen wesentlich genauere Fragen, bzw. lehnen Anträge wesentlich schneller ab.